27.08.2019 Alkoholbedingte Hospitalisierungen bleiben stabil

Alkoholintoxikation. Im Jahr 2016 behandelten Schweizer Spitäler mehr als 22 000 Personen stationär mit der Diagnose «Alkoholintoxikation» oder «Alkoholabhängigkeit». Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 bis 23 Jahren waren es mehr als 1000 Personen, die aufgrund übermässigen Alkoholkonsums stationär behandelt werden mussten. Von Alkoholintoxikationen sind allerdings bei weitem nicht nur junge Menschen betroffen.

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Sucht Schweiz hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit eine Studie zu Hospitalisierungen aufgrund von Alkoholintoxikation oder Alkoholabhängigkeit durchgeführt. Die Studie ergänzt Befragungsdaten zum übermässigen Alkoholkonsum mit erhobenen Daten des stationären Spitalbereichs. Die ambulanten und teilstationären Diagnosen sind in der Statistik nicht erfasst, daher ist von einer grossen Dunkelziffer auszugehen.  

60 Personen pro Tag
Pro Tag werden im Durchschnitt 60 Personen wegen einer Alkoholintoxikation oder Alkoholabhängigkeit stationär behandelt. Im Jahr 2016 wurden 1005 Jugendliche und junge Erwachsene (10- bis 23-Jährige) mit Diagnose «Alkoholintoxikation» oder «Alkoholabhängigkeit» stationär behandelt. Da einzelne Personen innerhalb dieses Jahres mehrmals behandelt wurden, entspricht dies 1231 Hospitalisierungen. Betrachtet man die Haupt- und Nebendiagnosen «Alkoholintoxikationen» wird deutlich, dass bei weitem nicht nur junge Menschen betroffen sind: Weniger als 10 % der Personen, die in den Jahren 2014 bis 2016 mit einer solchen Diagnose stationär hospitalisiert wurden, waren Jugendliche oder junge Erwachsene (10- bis 23-Jährige). Fasst man alle Altersgruppen zusammen, so wurden 2016 insgesamt 22 020 Personen behandelt. Dies entspricht 35 257 Hospitalisierungen.  

Langfristige Trends
Betrachtet man die langfristigen Trends über den Zeitraum von 2003 bis 2016 über alle Altersgruppen hinweg (ab 15 Jahren), so gab es bei der Diagnose «Alkoholintoxikation» im Jahr 2008 eine Trendwende. Die Raten erreichten in diesem Jahr einen Höhepunkt und sanken bis 2014 wieder auf ein Niveau im Bereich von 2003. Seither sind sie relativ stabil. Bei den 10- bis 23-Jährige zeigte sich eine vergleichbare Zunahme bis ins Jahr 2008, die darauffolgende Abnahme fiel hingegen weniger stark aus. Die Diagnosen der Gruppe Alkoholintoxikation lagen 2016 in dieser Altersgruppe bei Jungen/Männern 23 % und bei Mädchen/Frauen 36 % über dem Wert im Jahr 2003.

Faktenblatt: Alkoholbedingte Hospitalisationen in der Schweiz

Kontakt

Johanna Dayer Schneider, Sektion Wissenschaftliche Grundlagen

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