16.09.2019 Suizidgedanken und Suizidversuche in der Schweizer Bevölkerung

Suizidprävention. Täglich sterben in der Schweiz zwei bis drei Personen durch Suizid. Diese Zahl stellt nur die Spitze des Eisberges dar. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2017 zeigt erstmals, dass im Vorjahr rund 33’000 Menschen versuchten sich das Leben zu nehmen.

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Suizide werden in der Schweiz systematisch erfasst, nicht so Suizidversuche. Der Nationale Aktionsplan Suizidprävention will unter anderem die Datenlage zu Suizidversuchen verbessern. Erstmals wurden daher in der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 Fragen zu Suizidversuchen abgefragt. Im Auftrag des BAG präsentiert das Obsan am 10. September – dem internationalen Tag der Suizidprävention – nun die Ergebnisse. Auch Suizidgedanken wurden in der SGB erfasst.

Über 3 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben je in ihrem Leben versucht sich das Leben zu nehmen. Diese hochgerechnet mehr als 200'000 Betroffenen berichten in der SGB über einen schlechteren Gesundheitszustand als Befragte ohne frühere Suizidversuche: Sie sind – oft noch lange nach ihrem Suizidversuch - häufiger psychisch belastet, leiden aber auch doppelt so oft an starken körperlichen Beschwerden. Die Ergebnisse der SGB zeigen, wie wichtig es ist Menschen in suizidalen Krisen frühzeitig Hilfe zukommen zu lassen.

15 Prozent der Befragten, die in den vorangehenden 12 Monaten einen Suizidversuch unternommen hatten, haben mit niemandem darüber gesprochen. Viele Betroffene fühlen sich einsam und es fehlt ihnen an der notwendigen sozialen Unterstützung. Gleichzeitig verfügen sie über ein geringes Vertrauen in sich selber, dass sie ihr Leben beeinflussen können.

Sich jemandem anzuvertrauen und über suizidale Krisen zu sprechen – bereits vor selbstschädigendem Verhalten – ist wichtig. Gesprächstipps für Betroffene und ihr Umfeld sowie Hilfsangebote finden sich auf der Website www.reden-kann-retten.ch.

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